Trinationales Literaturprojekt

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Während der Projektwoche des Are-Gymnasiums zum Thema „Europa – das sind wir“ machten sich Schülerinnen und Schüler der Französisch-Leistungskurse der Jahrgangsstufen 10 und 11 mit ihren Lehrerinnen Claudia Kaldenbach und Sibylle Schäfer-Heuermann auf den Weg nach Pribram in Tschechien.

Französisch in Tschechien? – mag sich mancher fragen. Im Rahmen des trinationalen Literaturprojekts, das das Are-Gymnasium mit dem Gymnazium Pribram und dem Lycée international Charles de Gaulle in Dijon seit drei Jahren durchführt, beschäftigen sich deutsche, französische und tschechische Schülerinnen und Schüler mit einem Autor des jeweiligen Gastgeberlandes in französischer Sprache.

In diesem Jahr stand Karel Čapek (1890 – 1938), einer der berühmtesten tschechischen Autoren des 20. Jahrhunderts, der mehrfach für den Nobelpreis nominiert war, im Mittelpunkt der Beschäftigung. Seine skurrilen „Geschichten aus der einen oder anderen Manteltasche“ faszinierten die Jugendlichen. Vor Ort lösten sie in gemischten Teams verschiedene Aufgaben zu Čapeks Werk. Leider konnten aus organisatorischen Gründen die Franzosen aus Dijon diesmal nicht teilnehmen, so dass die Annäherung zwischen Deutschen und Tschechen im Vordergrund stand.

Unsere tschechischen Gastgeber hatten mit viel Liebe ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Ein Boule-Turnier, Exkursionen zum Jesuitenkloster „Heiliger Berg“ in Pribram, zu Čapeks Sommerhaus in Stara Hut sowie nach Prag ermöglichten einen lebendigen Austausch. Die Unterbringung der deutschen Jugendlichen in tschechischen Gastfamilien hat beide Seiten einander nähergebracht. Die Are-Schülerinnen und -Schüler waren beeindruckt von der Gastfreundlichkeit, mit der die Familien sie umsorgten. Abends wurden tschechischen Spezialitäten aufgetischt und gestenreich sowie auf Englisch und Französisch kommentiert.

Höhepunkt des Projekts war die „soirée surprise“ am letzten Abend mit einem köstlichen Buffet, das in eine deutsch-französisch-tschechische Karaoke-Vorstellung mündete, bei der Jugendliche und Lehrkräfte beider Seiten einander unterhielten. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen: Bis nächstes Jahr – in Bad Neuenahr! Dann nimmt die Schulgemeinschaft des Are-Gymnasiums die tschechischen und hoffentlich auch französischen Teilnehmer auf und bietet die Entdeckung eines deutschen Autors in französischer Übersetzung an.

Bereichert um den intensiven Kontakt mit unseren östlichen Nachbarn können die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen bestätigen: L’Europe c’est nous – Europa, das sind wir. Man muss sich nur auf den Weg machen.

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