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KI und Digitalität – Anforderungen an eine neue Lern- und Prüfungskultur

Studientag am Are-Gymnasium

Am Mittwoch, den 18. Februar 2026, widmete sich das Kollegium des Are-Gymnasiums einer zentralen Zukunftsfrage: Wie verändern künstliche Intelligenz und Digitalität unsere Lern- und Prüfungskultur – und wie gestalten wir diesen Wandel verantwortungsvoll?

Als Referent war Axel Krommer eingeladen, der am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Erlangen-Nürnberg lehrt. In seinem Vortrag „KI und Digitalität – Anforderungen an eine neue Lern- und Aufgabenkultur“ gab er differenzierte und praxisnahe Impulse für die Weiterentwicklung schulischer Lernprozesse.

Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Alltags unserer Schülerinnen und Schüler. Informationen, Textentwürfe und Problemlösungen sind in Sekunden verfügbar. Damit verändern sich nicht nur Werkzeuge, sondern die Anforderungen an Bildung insgesamt. Gefragt sind heute mehr denn je Urteilsfähigkeit, kritisches Denken, Kreativität sowie ein reflektierter Umgang mit digitalen Möglichkeiten.

Axel Krommer machte deutlich, dass der Einsatz von KI ambivalent ist: Die verlockend zeitsparenden Tools können Unterricht bereichern, individualisieren und neue Lernzugänge eröffnen. Zugleich besteht die Gefahr, dass sie traditionelle, wenig nachhaltige Aufgabenformate stabilisieren, wenn sie lediglich zur schnelleren Produktion von Ergebnissen genutzt werden. Entscheidend ist daher ein didaktisch reflektierter Einsatz.

Im Zentrum der Diskussion stand ein grundlegender Gedanke: Das schnelle Ergebnis ist verführerisch – nachhaltiges Lernen entsteht jedoch nicht durch das fertige Produkt, sondern durch den Denk- und Arbeitsprozess. Wenn Antworten jederzeit generiert werden können, müssen Aufgabenstellungen so gestaltet sein, dass Eigenständigkeit, Reflexion und Verantwortung unverzichtbar bleiben.

Zugleich appellierte Krommer an eine angstfreie Lernkultur mit zeitgemäßen Prüfungsformaten. Ziel müsse es sein, kontinuierliche Rückmeldungen im Lernprozess zu verankern und Prüfungsformate so weiterzuentwickeln, dass sie tatsächliche Kompetenzen sichtbar machen – nicht nur reproduzierbares Wissen.

Schulleiterin Nina Pfeil dankte Axel Krommer für die wertvollen Impulse und betonte:
„Wir sind als Are-Gymnasium Teil der Landesinitiative ‚Schule der Zukunft‘. Unser Ziel ist es, durch alternative Prüfungsformate Zukunftskompetenzen gezielt zu stärken. Der reflektierte Umgang mit künstlicher Intelligenz gehört für uns ebenso dazu wie eine Bewertungskultur, die Kommunikation, Kollaboration und eigenständiges Denken fördert.“

Im Anschluss arbeiteten die Kolleginnen und Kollegen in Workshops an konkreten Fragestellungen zur Lern- und Prüfungskultur. Neben fächerübergreifenden Herausforderungen wurden Best-Practice-Beispiele aus dem Unterricht vorgestellt und weiterentwickelt. Dabei zeigte sich deutlich, wie viel Professionalität, Innovationskraft und Engagement im Kollegium vorhanden sind. Schulentwicklung ist am Are-Gymnasium kein Schlagwort, sondern gelebte Zusammenarbeit.

Der Studientag markiert keinen Abschluss, sondern einen weiteren Schritt in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Als „Schule der Zukunft“ in Rheinland-Pfalz versteht sich das Are-Gymnasium als lernende Organisation. Die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz ist dabei kein kurzfristiger Trend, sondern Teil einer langfristigen Strategie: Schülerinnen und Schüler so zu bilden, dass sie ihre Zukunft kompetent, kritisch und verantwortungsvoll gestalten können.